Historie

 

Historie


Die Justizvollzugsanstalt Neunkirchen mit ihren Teilanstalten in Saarlouis und St. Ingbert ist die jüngste Vollzugseinrichtung im saarländischen Strafvollzug.
Im Wege der Neuordnung wurde diese mit Wirkung 01. No-vember 1987 in eine Anstalt des offenen Vollzuges umgewid-met.  Die Verwaltung hat ihren Sitz in Neunkirchen.


Der Stellenplan sieht folgendes Personal vor:
1 Anstaltsleiter, 1 stellvertr. Anstaltsleiter, 2 Sozialarbeiter,
2 Beamte des mittleren Vollzugs- und Verwaltungsdienstes,
1 Kanzleikraft (halbtags) sowie 39 Beamtinnen oder Beamte des allgemeinen Vollzugdienstes, insgesamt also 45,5 Stellen.


Dem offenen Vollzug stehen in den drei Haftgebäuden in Neunkirchen, Saarlouis und St. Ingbert 145 Haftplätze zur Verfügung.
Jährlich werden durchschnittlich ca. 550 männliche Gefangene dem offenen Vollzug zugeführt.


Hierbei handelt es sich um:
• Erstinhaftierte bis zu einer Strafdauer von zwei Jahren,
• Gefangene, die bereits eine Freiheitsstrafe von mehr als 6 Monaten verbüßt haben, wenn ihre aktuelle Strafe bzw. ihr Strafrest 1 Jahr nicht übersteigt,
• Inhaftierte aus dem geschlossenen Vollzug der JVA Saarbrücken und der JVA Ottweiler, die bis zu einem Jahr vor der möglichen Entlassung stehen, wenn sie nach sorgfältiger Prüfung für den offenen Vollzug geeignet erscheinen
• sowie Gefangene zur Verbüßung einer Ersatzfreiheitsstrafe (weil sie die eigentliche Geldstrafe nicht rechtzeitig gezahlt haben).


Durch die Regionalisierung in den drei Städten wurden für die Inhaftierten des offenen Vollzuges Voraussetzungen geschaffen, die es ihnen ermöglichen, Kontakte zum sozialen und örtlichen Umfeld bestehen zu lassen. Die Nähe zum Wohnort und Arbeitsplatz begünstigen die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Ein Großteil der Gefangenen kann tagsüber am Arbeitsleben in Freiheit teilnehmen. Durch die Beibehaltung ihrer Arbeitsplätze in den Firmen wird es ihnen im offenen Vollzug ermöglicht, während der Inhaftierung ihren Beruf weiter auszuüben. Dies ist gerade in der heutigen Zeit der hohen Arbeitslosigkeit ein weiterer wichtiger Schritt zur Resozialisierung. Die übrigen Gefangenen können in den drei Teilanstalten und in Außenkommandos beschäftigt werden.
Zur sinnvollen Freizeitbeschäftigung der Inhaftierten verfügt jede Teilanstalt über eine Bibliothek, einen Fitnessraum sowie über einen größeren Freizeitraum mit Fernseher. Ferner kann Tischfußball und Tischtennis gespielt werden.
Lockerungsberechtigte Gefangene können zudem Ausgänge erhalten, um in ihrer Freizeit am Vereinsleben teilzunehmen.

 

Teilanstalt Neunkirchen


In dem 1952 fertig gestellten Gebäude in Anbindung an das Amtsgericht Neunkirchen stehen 53 Haftplätze zur Verfügung. Diese gliedern sich in 29 Einzel- und 7 Doppelhafträume und 2 Hafträume mit jeweils bis zu 5 Plätzen.


Bis zur Einrichtung des offenen Vollzuges im November 1987 diente die Anstalt unterschiedlichen Vollzugszwecken. Heute ist die Justizvollzugsanstalt Neunkirchen die aufnehmende Anstalt.  Hier verbleiben alle Gefangenen, gleich ob sie ihre Haft freiwillig antreten oder ob sie von der Polizei zugeführt werden, mindestens so lange, bis die ärztliche Zugangsuntersuchung abgeschlossen ist und alle Befunde vorliegen. Sogleich wird im Rahmen einer Vollzugsplanung unter Berücksichtigung der familiären und beruflichen Situation geprüft, ob eine Verlegung in die Teilanstalt Saarlouis oder St. Ingbert erfolgt. Gefangene, die lediglich Ersatzfreiheitsstrafen von wenigen Tagen oder Wochen verbüßen, verbleiben in der Regel bis zu ihrer Entlassung in Neunkirchen.


Eine Mitarbeiterin der Beratungsstelle „Brigg“ der Caritas hält regelmäßige wöchentliche Sprechstunden in der Anstalt für Inhaftierte mit bestehender Suchtproblematik ab.

 


Teilanstalt Saarlouis


Die unter Denkmalschutz stehende Teilanstalt Saarlouis wurde um die Jahrhundertwende als Gerichtsgefängnis erbaut und grenzt mit einem Längsflügel an das Amtsgericht Saarlouis. Nach Ende des 2. Weltkrieges war der Frauenvollzug des Saarlandes dort untergebracht. Von 1971 bis 1987 war die Anstalt Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken. Die jetzt vorhandenen 50 Haftplätze des offenen Vollzuges sind ständig belegt.


Auch in der Teilanstalt Saarlouis steht die berufliche Wiedereingliederung im Vordergrund, so dass auch hier die meisten Gefangenen außerhalb der Anstalt beschäftigt sind.


Daneben finden vielfältige Aktivitäten mit Schulen, natur-schutztreibenden Verbänden, Sportvereinen etc. statt. Dabei werden z. B. Schulen im Zuge gemeinnütziger Tätigkeiten von Inhaftierten mit Ersatzfreiheitsstrafen (Geldstrafen) durch diverse Aktionen bis hin zur Mitgestaltung des Unterrichts unterstützt.
Seit 1997 beteiligen sich Insassen, Vollzugsbeamte, Lehrer, Schüler und Eltern an gemeinsamen Workshops, um auf dem alljährlichen Weihnachtsmarkt in Saarlouis selbstgebastelte Produkte für einen guten Zweck zu verkaufen.

 

Teilanstalt St. Ingbert


Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude in der Alten Bahnhofstraße wurde 1882 als bayrische Berufsschule erbaut.
Um die Jahrhundertwende wurde es zum "Königlich Bayrischen Amtsgerichtsgefängnis" umfunktioniert. Bis zum Jahre 1980 diente das Haus unter eigenständiger Verwaltung als Amts-gerichtsgefängnis. Von 1980 bis 1987 wurde das Gebäude als Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken mitverwaltet.


Seit der Einrichtung des offenen Vollzuges im November 1987 gehört das Haus mit seinen 42 Haftplätzen als Teilanstalt zur Justizvollzugsanstalt Neunkirchen.
Die Mehrzahl der in St. Ingbert untergebrachten Gefangenen arbeitet tagsüber außerhalb in Betrieben und Einrichtungen, vorwiegend im Bereich der Metallverarbeitung, im Baugewerbe und in der Landschaftspflege. Die gute Zusammenarbeit mit diesen Betrieben hat sich seit vielen Jahren bewährt, so dass entsprechend der großen Nachfrage kaum ein Gefangener nicht beschäftigt werden kann.